Um den Blog inhaltlich noch etwas aufzuwerten und auch abseits meiner eigenen Meinung und meines eigenen Pokerverlaufs über die Szene zu berichten, hab‘ hab ich mir überlegt eine neue Rubrik ins Leben zu rufen: Spieler und Events.
In dieser Rubrik möchte ich in Zukunft öfters Beiträge veröffentlichen, die sich ganz und gar den großen und kleinen Persönlichkeiten der Pokerszene, interessanten und hoch dotierten Events auf der ganzen Welt, und dem ganze Drumherum widmen.
Ich habe mir überlegt wie ich diese Rubrik wohl am besten eröffnen könnte, und bin zu dem Entschluss gekommen, dass man dies nur mit einem der „Urväter“, Vorreiter und ewigen Legenden der Szene tun kann, dem „Godfather of Poker“ höchstpersönlich:
Doyle Brunson
Als ältester von 3 Kindern wurde Doyle Brunson 1933 in Longsworth, einem 100-Seelen Dorf in Texas, geboren. Da er schon in jungen Jahren die Wegstrecken bis zu den nächstgelegenen Orten zu Fuß – oder besser gesagt laufender weise – zurückgelegt hat, galt er als hoffnungsvoller Nachwuchsathlet.
Als junger Mann begab er sich auf die Hardin Simmons University, welche nahe seinem Wohnort gelegen war.
Die Minnesota Lakers meldeten ihr Interesse an Brunson und wollten ihm einem Profi-Basketball-Vertrag anbieten. Eine schwere Knieverletzung (sein Bein war daraufhin zwei Jahre eingegipst), die er sich bei einem Sommer-Job zuzog, vereitelte aber schließlich diesen – von Doyle langgehegten – Traum. Auch heute sieht man ihn noch öfter mit Krücken herumgehen.
Da er den Sport als Lebensinhalt nun abschreiben musste, widmete er sich der Bildung und erlangte schließlich einen Master-Abschluss in ‚administrative education‘.
Bereits vor dem Sport spielte er gelegentlich Poker, nach Abschluss des Studiums und mit Eintritt in die Arbeitswelt (als Maschinenhändler) wurde das Pokerspiel sein liebstes Hobby.
Er erkannte schnell dass er auch für diesen ‚Sport‘ ein gewisses Talent besaß, und dass damit viel Geld zu verdienen war, also entschloss er sich den Beruf lieber gleich wieder an den Nagel zu hängen, und professionell in das lukrative Pokergeschäft einzusteigen.
In der Folge reiste er mit verschiedenen Partnern durch ganz Texas um an größeren (allerdings damals noch illegalen) Pokerspielen teilzunehmen. Nachdem er und zwei seiner Partner bei ihrem ersten Las Vegas-Besuch ihr gesamtes Geld verloren hatten, fasste Doyle dennoch den Beschluss sich in der Glücksspielmetropole anzusiedeln und seinen Traum weiter zu verfolgen.
Dies sollte sich als guter Entschluss herausstellen, denn schon sehr bald waren die Verluste vergessen, er spielte immer erfolgreicher, krönte sich mit dem Sieg beim World Series of Poker – Main Event 1976 zum Pokerweltmeister und erhielt $ 220.000,- Preisgeld.
Bis heute konnte Doyle Brunson 10 Turniere der World Series of Poker gewinnen, und liegt damit auf Platz 2, hinter „Poker Brat“ Phil Hellmuth.
Des weiteren nimmt „Texas Dolly“ – ein Spitzname dem er einem Versprecher eines Sportkommentators zu verdanken hat – auch an vielen weiteren Turnieren und hoch dotierten Spielen teil, wie etwa dem Fernsehformat „High Stakes Poker“. Brunson ist zudem einer der wenigen Spieler, welche im Bellagio-Casino in Las Vegas beim „Big Game“ regelmäßig um Millionenbeträge spielen. Bei offiziellen Pokerturnieren konnte er im Laufe seines Lebens knapp über $ 5 Mio gewinnen.
Abseits der Tische hat Doyle Brunson auch einiges an Literatur verfasst und veröffentlicht, darunter auch die – für viele Insider – „Biebel“ des Pokers namens ‚Super/System‘. Laut eigenen Angaben habe ihm dieses Buch im Laufe seiner Karriere mehr gekostet als es eingebracht hat, da seine Gegner dadurch ihr eigenes Spiel stark verbessern konnten. 2004 erschien schließlich noch die aktualisierte Version des Buchs, ‚Super/System 2‘.
Die Texas Hold’em Handkombination 10-2 ist nach Doyle Brunson benannt, da er mit dieser Kombination zweimal hintereinander das Hauptturnier der World Series of Poker gewinnen konnte.