Peter Eastgate: Der jüngste WSOP-Champion aller Zeiten

Er ist der Mann, der Poker Brat Phil Hellmuth vom Thron stieß: Mit gerade mal 22 Jahren war Peter Eastgate 2008 der jüngste Spieler, der jemals das Main Event der World Series of Poker gewann. Ein Portrait des Titelverteidigers.

Geboren wurde Eastgate 1985 im dänischen Odense. Pokerspielen brachten ihm seine Schulkameraden bei, und er selbst sagt, die Herausforderung, in einem Haushalt mit einem jüngeren und einem älteren Bruder aufzuwachsen, habe viel zur Entwicklung seines Wettbewerbsgeistes beigetragen. Eigentlich wollte er Profisportler werden – Fußballer oder Radfahrer vielleicht, die Tour de France schwebte ihm als ultimativer Zukunftstraum vor. Gleichzeitig betätigte er sich als Triathlet und gewann einige Wettbewerbe auf diesem Gebiet.

Schließlich schrieb er sich doch an der Universität Arhus für Finanzmanagement ein, verließ die Hochschule aber ebenso schnell wieder, um sich ganz einer Karriere als professioneller Pokerspieler zu widmen – eine Entscheidung, die er bislang nicht bereut, obwohl er auf seiner Website www.teameastgate.com auch der Hoffnung Ausdruck verleiht, seine Studien irgendwann wiederaufzunehmen: „Ich finde es sehr wichtig, dass man sich als Mensch fortwährend entwickelt, und auf einem hohen Niveau Neues zu lernen ist eine der Arten, das zu erreichen.“

Peter Eastgate wird vom Marktführer Pokerstars gesponsert und hat unlängst gemeinsam mit seinem Bruder Casper die Kinderhilfsorganisation Friends of Eastgate ins Leben gerufen – in einer Zeit, in der die meisten Menschen schon zu kämpfen hätten, um Job, Dach über dem Kopf und einen halbwegs anständigen Lebensstandard zu halten, sei es wichtig, sich für die ganz Schwachen einzusetzen, so der amtierende Weltmeister über sein Engagement, das Benefizpokerturniere und andere Veranstaltungen umfassen soll.

Sein Spiel bezeichnen Kollegen und Konkurrenten als diszipliniert, kühl und beherrscht.
Ob da die nordische Mentalität mitspielt? Eastgate ist schließlich nur einer von insgesamt vier jungen Skandinaviern, die in den letzten Jahren die hochkarätigsten Turniere der Welt kräftig aufmischten: Die erst achtzehnjährige Norwegerin Annette Obrestad gewann 2007 die erste World Series of Poker Europe, Eastgates Landsmann Gus Hansen wird zwar für seine legendären Bad Beats kritisiert, kann aber ebenso wie der Finne Patrik Antonius auf zahlreiche Turniersiege und zweistellige Millionengewinne zurückblicken.

Peter Eastgate bereitet sich gegenwärtig auf die Verteidigung seines Weltmeistertitels im Main Event vor, das am 3. Juli in Las Vegas beginnt. Seinen ersten Auftritt bei der WSOP 2009 hatte er bereits beim Champion’s Invitational, einer Sonderveranstaltung anlässlich des 40. Jubiläums der WSOP, zu dem die noch überlebenden Gewinner des Main Event eingeladen wurden und die am Sonntag im Rio eröffnet wurde. Gespielt wurde um den Binion-Pokal und ein Schmuckstück von Oldtimer: Eine 1970er Corvette Stingray. Bereits am ersten Tag konnte Eastgate sich gegen den ältesten überlebenden Champion Amarillo Slim Preston (1972) durchsetzen und den Tag auf Platz Sechs – nach Dan Harrington und Doyle Brunson – beenden. Im Finale wurde er dann allerdings von Harrington auf Platz 9 verwiesen, Champion of Champions wurde Tom McEvoy, der Sieger von 1983.

Posted by Dominic   @   27 January 2010

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