Odds und Outs – Teil 3

by admin on Dez 3rd in Allgemeines, Tipps und Tricks

Mithilfe der Outs kann ich mir nun also die Odds ausrechnen, und mithilfe der Odds kann ich feststellen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ich meinen Draw komplettieren werde.

Die Odds werden nun dazu verwendet um zu bestimmen, ob es sich lohnt einen gegnerischen Raise zu bezahlen, um mit einer weiteren Karte eventuell meinen Draw vervollständigen zu können.

Diese Thematik ist noch einmal etwas komplexer als die Outs/Odds Geschichte, kurz erklären möchte ich sie anhand des Beispiels der letzten beiden Postings:
• Ich habe am Turn einen Open Ended Straight Draw, mir helfen also 8 Karten um die Strasse zu vollenden. Meine Odds sind – wie erläutert – 5 : 1, also in einem von sechs Fällen werde ich meine Strasse komplettieren.
• Am Flop habe ich noch einen Gegner. Der Pot beträgt – angenommen – $ 10.
• Der Gegner setzt nun $ 2,-
• Somit ergibt sich für mich ein möglicher Gewinn von $ 12 für die ich einen Einsatz von $ 2 (um seinen Raise zu callen) bringen müsste.
• Mit der Wahrscheinlichkeit von 5 : 1 bedeutet das nun, dass ich in einem von sechs Fällen die $ 12 gewinnen werde, in den anderen fünf Fällen werde ich jeweils $ 2 verlieren, also insgesamt $ 10. Laut den Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung heißt das also dass ich bei diesem Beispiel nach sechs Fällen $ 10 (5 x $ 2) verloren und $ 12 (1 x $ 12) gewonnen habe, also ein Reingewinn von $ 2. Anhand dieser Zahlen kann man schon vermuten dass es sich in diesem Beispiel lohnt den Einsatz zu bezahlen. Im Durschnitt macht man bei jeder Wiederholung dieser Spielsituation $ 0,33 Gewinn (Reingewinn von $ 2 : 6). Wichtig ist auch noch dass davon ausgegangen wird dass man nach komplettieren des Draws am Turn dann auch die STÄRKSTE Hand hält. Mehr dazu verraten später die Modified/Discounted Outs.
• So, an dieser Stelle kommen nun die sogenannten Pot Odds (Pot Chancen) ins Spiel. Sie bestimmen das Verhältnis vom möglichen Gewinn zum zu zahlenden Einsatz, quasi das Nutzen-Kosten-Verhältnis: Pot Odds = möglicher Gewinn : zu zahlender Einsatz
• Im Beispiel beträgt der mögliche Gewinn $ 12 und der zu zahlende Einsatz $ 2, also gekürzt ein Verhältnis von 6 : 1.
• Die Pot Odds betragen also 6 : 1, die Odds betragen 5 : 1. Die einfache Regel lautet nun:
• Sind die Pot Odds besser als die Odds einer unfertigen Hand, bedeutet das langfristig: Gewinn;

Sind die Pot Odds schlechter als die Odds, heißt das langfristig: Verlust
Soviel zu den Pot Odds Basics. Zum besseren Verständnis noch ein weiteres Beispiel: Wenn der Gegner nun um $ 4 statt $ 2 erhöht, steigt der mögliche Gewinn zwar auf $ 14, man muss dafür aber auch einen erhöhten Einsatz von $ 4,- bringen. Somit beträgt das Verhältnis 3,5 : 1 und ist nun niedriger als die Odds. In diesem Fall lohnt es sich langfristig nicht die Erhöhung des Gegners zu callen.

Soo, das war mal wieder ein etwas längerer Post, jetzt wartet noch ein Haufen Arbeit (+ Lernen) auf mich, morgen gibt’s noch einen kurzen Exkurs zu Discounted bzw. Modified Outs, um dieses Thema dann endgültig ab zu schließen. Natürlich ist das Ganze nur eine sehr gekürzte Zusammenfassung die nur einen groben Überblick über das Thema liefern soll, und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Man sollte sich schon genauer damit beschäftigen um die Mathematik des Poker auch richtig einsetzen zu können.

Für mich war der Artikel jedenfalls sehr aufschlussreich, vor allem in Live- Spielen stellt dieses Wissen nun eine große Bereicherung dar. Also dann…

Ein gutes – mathematisch durchkalkuliertes – Blatt an euch alle ;)

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