Implied Pot Odds und aktuelle Schandtaten

by admin on Dez 14th in Allgemeines, Tipps und Tricks

Das Wochenende hab ich wieder mal in Oberösterreich verbracht und seit heute morgen bin ich zurück in der schönen, verdammt kalten aber trotzdem (leider) nicht eingeschneiten Bundeshauptstadt. Die Lehre die ich aus dem heutigen Tag gezogen habe ist, dass ich nie wieder um halb Sechs Uhr in OÖ wegfahre um es rechtzeitig auf die Uni zu schaffen. Erstens komm ich sowieso zu spät (Danke ÖBB) und zweitens bin ich so hundemüde dass ich mich am Nachmittag noch mal hinlegen muss damit mir nicht im Stehen die Augen zu fallen :D

Naja auf jeden Fall hab‘ ich mir am Wochenende wieder ein bisschen Theorie zu Gemüte geführt und möchte diese hier kurz zusammenfassen. Außerdem hab ich vorhin eine – ich nehm’s gleich vorweg – gar nicht gute Session auf Partypoker gespielt, auch darüber möchte ich noch kurz berichten. Aber erstmal wieder ein bisschen staubtrockene Theorie und zwar in Form des Bronze Artikels mit dem Titel „Implied Pot Odds“.

Auch zu diesem Artikel gibt es wieder ein sehr gut aufbereitetes Video, allerdings geht aus dem Ganzen nicht wirklich hervor, wie dieses Strategiekapitel konkret auf die Shortstack Strategie anwendbar ist. Es fehlen einfach ein paar konkrete Praxisbeispiele, das wird auch von anderen Pokerstrategy Usern etwas kritisiert.

Implied Pot Odds sind quasi eine ‚Erweiterung‘ zum bereits gelernten über Outs, Odds und Pot Odds.

Im Vergleich zu den ‚normalen‘ Pot Odds berücksichtigen Implied Pot Odds nicht nur das Geld das sich aktuell schon im Pot befindet, sondern auch mögliche zukünftige Einsätze von Gegnern. Weiters sind IPO’S nicht mehr reine Mathematik, sondern es kommt auch etwas Spekulation hinzu. Man muss eine Annahme darüber treffen wie viel der Gegner voraussichtlich noch bezahlen wird wenn ich meinen Draw vervollständige.

Wenn ich nun zB. am Flop einen Flushdraw habe mit 4:1 Odds zum Vervollständigen und 3:1 Pot Odds, wäre ein Call laut der Pot-Odds-Regel unwirtschaftlich (weil eben die Pot Odds niedriger sind als die Odds) und ich müsste eigentlich aussteigen. Wenn ich allerdings den Gegner so einschätze dass er am Turn und River – wenn ich meinen Draw vervollständige – noch entsprechend viel bezahlt kann dieser Call aber dennoch wirtschaftlich sein.

Da kommt es dann vor allem drauf an:
• Wie loose ist mein Gegner?
• Wie viel Stärke signalisiert er?
• Wie offensichtlich ist meine Hand?
• Befinden wir uns am Flop oder Turn?
• Wie groß sind die Stacks der Gegner/des Gegners?
• Habe ich Position auf meine Gegner?
o Sprich bin ich nach dem Flop erst NACH ihm dran?

Leider gehen mir an dieser Stelle des Artikels irgendwie eine detailliertere Beschreibung der Berechnung bzw. ein paar Beispiele ab. Auch geht – wie bereits erwähnt – aus dem Artikel nicht genau hervor welche Relevanz er für die Shortstack Strategie hat, schließlich bewerte ich hier meine Gegner ja nicht ob sie loose oder tight spielen, bzw. achte nicht darauf ob Sie Stärke signalisieren und wie groß ihre Stacks sind.
Das Fazit des Artikels, mit dem auch das Video abschließt, ist schließlich:

Ich habe bessere Implied Pot Odds, wenn:
• Mein Gegner sich schwer von seiner Hand trennen kann
• Meine Hand weniger offensichtlich ist
• Ich mich am Flop befinde und nicht am Turn
• Ich in Position bin.
• Mein Gegner Stärke signalisiert

Man sollte jedoch nie den Fehler machen die IPO’s zu überschätzen, denn schließlich beruhen Sie auch auf Annahmen und sind daher fehleranfällig und oft ungenau.

Mittlerweile ist es so spät – und ich bin schon wieder so müde :D – dass ich erst morgen über meine aktuellen Schandtaten an den Pokertischen berichten werde. Bis dahin: Gute Nacht.

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