Das Spiel im Freeplay
by admin on Dez 19th in Allgemeines, Tipps und Tricks
Die Weihnachtsfeier in unserer Wohnung ist vorbei, nach wie vor herrscht Chaos, es riecht überall nach Punsch, Maroni und der gute Weihnachtsbock pickt noch an so manchen Stellen am Boden
Naja wie gestern versprochen gibt’s hier wieder mal kurz eine kleine Zusammenfassung eines Theorieartikels aus der Bronze Sektion. Für einen nächsten Schritt was das Pokern selbst angeht hab ich mich noch nicht entscheiden können, vorhin hab‘ ich aber grad gesehen dass ich nur mehr 13 Strategy-Points auf Pokerstrategy benötigen würde um den nächsthöheren (Silber-) Status freizuschalten, was mir wieder Zugriff auf weitere interessante Theorieartikel verschafft, wie etwa:
• „Wie spiele ich gegen andere SSS Spieler?“: Der Artikel würd‘ mich gerade brennend interessieren, schließlich ist das eines meiner größten Probleme bei Partypoker.
• „Multitabling“: Auch ein interessantes Thema, wo ich mich auf eigene Faust schon vorgekämpft habe.
• „Tableselection – Profitable Tische finden“: Ebenfalls ein sehr interessanter Artikel der eventuell ein weiteres meiner Problem lösen könnte.
Ich frage mich warum solche Artikel nicht schon in der Bronze Abteilung zu finden sind, schließlich sind vor allem die profitable Tischwahl und das Multitabling wichtige Themen wenn man mit der Shortstack Strategie beginnt. Weiters glaube ich dass hier vor allem Anfängern sehr viele Fehler unterlaufen.
Naja jedenfalls bin ich jetzt am Überlegen mit meiner mickrigen Bankroll noch irgendwie die fehlenden 13 Strategy-Points zu erspielen um Zugriff auf die Silber Sektion zu erlangen.
Aber jetzt erstmal zum Strategieartikel „Draws im Freeplay“:
Freeplay bedeutet einfach dass – weil kein Gegner erhöht hat – man als Big Blind praktisch „gratis“ den Flop sieht obwohl man eigentlich keine passende Starthand hat.
Grundsätzlich darf man im Freeplay (wenn man also vor dem Flop nicht erhöht hat) nur die besten Hände spielen. In diesem Artikel wird darauf jedoch noch einmal genau eingegangen und erklärt in welcher Situation man zB. auch einen Draw spielen kann.
Hierzu ist es wichtig dass die Themen Odds, Out und Implied Pot Odds gut sitzen, da sie hier als Vorwissen von Nöten sind.
Gleich zu Beginn wird etwas genauer auf die Stärke und die Tücken verschiedener Draws eingegangen, und die hierfür passenden
Discounted Outs ermittelt. Es wird grundsätzlich unterschieden zwischen:
• Schwache Draws: zb. EINE Overcard oder ein Gutshot
• Gemischte Draws: Verschiedene Draws zusammengesetzt. Zb: Gutshot UND Overcard
• Starke Draws: zB. Straight Draw oder Flush Draw
• Monsterdraws
: Draws mit 12 oder mehr Outs, zB. Flush Draw UND Straight Draw; werden wie bereits gemachte Hände gespielt.
Schwache Draws werden auf eine Bet hin meistens gefoldet, wohingegen man gemischte und starke Draws zuerst checken und bei entsprechenden (guten) Pot Odds eine Bet nur callen sollte.
Monsterdraws hingegen sollte man ganz bewusst aggressiv spielen, da man hier auch meistens über 50% Chance hat den Draw zu treffen – ein sehr guter Wert.
Soweit die Basics zur Spielweise am Flop, als nächstes kommt der Turn:
Wenn man seinen Draw getroffen hat sollte man unbedingt setzten, um den maximalen Profit zu erzielen und seine Hand zu schützen.
Hat man jedoch nicht getroffen, sollte man einen schwachen Draw check/fold spielen, also auf eine gegnerische Bet folden. Gemischte und starke Draws sollten wie am Flop passiv gespielt werden, sprich check/call.
Auch beim Monsterdraw ändert sich die Spielweise am Turn etwas, man sollte nach wie aggressiv spielen, aber bei einem Reraise nicht sofort All-In gehen sondern lieber callen, der Pot dürfte mittlerweile groß genug sein dass ein derartiger Call auch gerechtfertigt ist.
Schließlich kommt mit dem River noch die letzte Gemeinschaftskarte, und auch hier ändert sich wiederum die Spielweise:
Hat sich die eigene Hand verbessert (sprich habe ich den Draw nun getroffen): Setzen
Hat sich die eigene Hand nicht verbessert: Check/fold spielen
Kleine Ausnahmen sind jedoch:
• Man hat am River noch unerwartet ein Paar getroffen das den Showdown gewinnen könnte
• Der Gegner spielt den River sehr passiv, das deutet meistens darauf hin dass er ebenfalls auf einen Draw gespielt hat und diesen nicht getroffen hat. Auch hier kann man setzen.
Soviel zu meiner kleinen Zusammenfassung dieses Artikels, um das ganze aber wirklich zu verstehen und anwenden zu können, sollten auf jeden Fall die mathematischen Grundlagen Outs, Odds, Pot Odds und Implied Odds sitzen, und man sollte sich auch diesen Artikel mehrmals durchlesen bzw. das sehr gut gemachte Video ansehen.
Für mich jedoch etwas unklar ist der Zusammenhang mit der Shortstackstrategie. Schließlich spiele ich hier ja strikt nach den Regeln des Handbuchs und bin spätestens am Turn All-In? Außerdem habe ich viel zu wenig Geld um wirklich sinnvoll mehrere Setzrunden spielen zu können.
Außerdem ist das ganze in der Praxis beim Multitabling kaum effizient anzuwenden da man dafür einfach nicht genügend Zeit hat um den ganzen Spass durchzurechnen.